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Schlechte Bewertungen im Internet! Wie kann ich sie löschen lassen?

 

 

Jeder Unternehmer, unabhängig davon ob er im Internet aktiv ist oder nicht, kennt es. Die meisten potentiellen Kunden informieren sich heute über ihren Vertragspartner vorab im Internet. Das Internet hat für die Meinungsbildung des (potentiellen) neuen Kunden einen sehr großen Einfluss. In diesem Zusammenhang haben Bewertungen eine immer größere Bedeutung. Jedes Unternehmen kann im Internet bewertet werden, ob man möchte oder nicht.

Es gibt die Möglichkeit der Bewertung auf www.google.de sowie verschiedenen anderen branchenspezifischen Bewertungsportalen Plattformen wie beispielsweise www.jameda.de, www.holidaycheck.de, www.tripadvisor.de, www.anwalt.de.

Positive Bewertungen sind eine optimale (und kostenlose!) Werbung. Negative Bewertungen und Kritik sind jedoch umgekehrt nachteilig. Potentielle Neukunden werden abgeschreckt.

 

Kann ich vermeiden, dass mein Unternehmen im Internet bewertet wird?

Nein. Jeder Unternehmer kann und darf im Internet bewertet werden, unabhängig davon ob er im Internet wirbt oder geschäftlich aktiv ist. Es ist ein Grundrecht (Artikel 5 GG), dass man seine Meinung frei äußern darf. Dieses Grundrecht gilt auch im Internet. Ein Unternehmen muss sich jedoch nicht alles gefallen lassen und ist auch nicht jeder unberechtigter und unsachlicher Kritik schutzlos ausgeliefert.


Welche Bewertungen sind nicht erlaubt?

Eine Bewertung darf keine unwahren Tatsachenbehauptungen enthalten. Außerdem darf auch eine Meinungsäußerung nicht beleidigend und keine ehrverletzende Schmähkritik sein. Wahre Tatschen und auch kritische Meinungsäußerungen muss sich ein Unternehmer jedoch grundsätzlich gefallen lassen, auch wenn diese ruf- und geschäftsschädigend sind. Je nach Portal gibt es hier lediglich die Möglichkeit zu antworten und öffentlich Stellung zu beziehen.

 

Habe ich einen Anspruch auf Löschung einer behaupteten unwahren Tatsache oder einer Schmähkritik?

Ja, denn die Behauptung einer unwahren Tatsache ist genauso wie eine Beleidigung gesetzeswidrig. In diesen Fällen habe ich einen Anspruch gegen den Portalbetreiber als rechtlichen „Störer“ auf Löschung der Bewertung.

Wichtig ist, dass man einen solchen Antrag unverzüglich bei dem jeweiligen Portal stellt und darlegt, warum die konkrete Bewertung rechtswidrig ist. Der Portalbetreiber (zum Beispiel „google“) muss dann die Rechtswidrigkeit der streitgegenständlichen Bewertung prüfen. Dem Bewertenden wird die Beschwerde bzw. der Antrag auf Löschung weitergeleitet und eine Frist zur Stellungnahme gegeben. Erfolgt keine Rückmeldung muss die Bewertung gelöscht werden. Reagiert der Bewertende jedoch und bestätigt beispielsweise, dass er Kunde des Betroffenen war und legt seinen weiteren Standpunkt dar, besteht wiederum die Möglichkeit, auf diese Reaktion Stellung zu beziehen. Anschließend entscheidet der Portalbetreiber, ob die Bewertung rechtmäßig oder zu entfernen ist.

 

Was kann ich tun, wenn der Portalbetreiber die Bewertung nicht löscht?

Erfolgt keine Reaktion oder lehnt der Portalbetreiber die Löschung ab, so kann der Bewertete gerichtliche Schritte einleiten. Da ein Klageverfahren äußerst langwierig ist und Eile geboten ist, bietet sich hier regelmäßig ein gerichtliches einstweiliges Verfügungsverfahren an.

 

Habe ich auch Ansprüche gegen den Bewertenden?

Grundsätzlich ja. Das Problem ist jedoch, dass die Bewertungen regelmäßig mit Pseudonym-Profilen abgegeben werden. Ich als Bewerteter habe keinen Auskunftsanspruch gegen den Portalbetreiber über die hinter dem Pseudonym stehende Person. Falls die Person jedoch bekannt oder eindeutig zuzuordnen ist, kann ich auch gegen den Bewertenden einen Anspruch auf Löschung einer unwahren Tatsachenbehauptung oder einer Schmähkritik geltend machen. Es ist zudem möglich, den Bewertenden aufzufordern eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben. Weiterhin kann Schadensersatz geltend gemacht werden. Schaden sind zum einen entstandene Anwaltskosten sowie ein (im Einzelfall schwierig nachweisbarer) Umsatz- und Gewinnverlust.

 

Fazit

Opfer einer rechtswidrigen Bewertung sollten schnell handeln und anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen. Eine schnelle Löschung der Bewertung ist dringend anwaltlich und notfalls gerichtlich durchzusetzen. Sollte die hinter der Bewertung stehende (eventuell auch juristische) Person bekannt sein bietet es sich auch an weitergehende Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Wir haben bei unseren langjährigen Mandanten in dieser Thematik viele Erfahrungen sammeln können und stehen auch Ihnen gern mit Rat und Tat zur Seite.

Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

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